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Thema: Uf dem Land, da gibts ka Sünd

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  1. #1
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    Standard Uf dem Land, da gibts ka Sünd

    Dies ist eine sogenannte Fanfiction (wers nicht weiß einfach fragen ) zu der Serie
    "K11 - Die Kommissare".
    Ich habe sie ich bei einer Fanfiction-Seite gepostet und da kam es sehr gut an.
    Nun habe ich mich doch entschlossen, sie auch hier zu posten.

    Die Fanfiction wird mehrere Kapitel umfassen, deshalb poste ich sie auch extra und nicht
    zusammen mit anderen meiner Texte.

    Ich werde mich mit dem Posten danach richten, wie sie gelesen und/oder kommentiert wird.


    --------------------------------------------------

    1. Ein Fall von Abgang (Teil 1)

    „Ja ist gut. Wir kommen sofort.“
    „Was ist passiert?“, fragte Michael seine Kollegin Alexandra,
    die völlig aufgeregt den Telefonhörer wieder auf die Basis legt.
    „Ein Banküberfall. Am Nachmittag. Man stelle sich das vor.“,
    entgegnete diese und ballte die Fäuste.
    „Ruhig, Alex. Wut bringt uns nicht weiter.“, versuchte Michael
    sie zu besänftigen.
    „Aber du musst doch zugeben, dass diese Verbrecher immer
    dreister werden.“
    „Das ist wahr. Aber sieh es mal positiv. Durch sie haben
    wir unseren Job.“
    Alexandra sah ihren Kollegen vorwurfsvoll an. Der aber achtete
    nicht drauf, sondern stürmte voran, zu seinem Streifenwagen.
    Gemeinsam fuhren sie zum Tatort.

    Ein paar Kollegen sicherten bereits das Gebäude.
    „Keine Verletzten“, vermeldeten sie.
    Michael und Alexandra betreten die Bank und befragen
    zunächst die Frau vom Schalter.
    „Frau Knab heißt sie.“, flüsterte Michael Alexandra triumphierend zu.
    „Gib nicht so an! Das hast du von den Kollegen. Und außerdem
    wäre es gut, der Frau jetzt den nötigen Ernst entgegen zu bringen.“
    „Sehr wohl, gnädige Frau.“, antwortete Michael seiner Kollegin ironisch.

    „Frau Knab?“
    „Ja die bin ich.“
    „Ich bin Kriminalhauptkommissarin Rietz. Das ist mein Kollege
    Naseband. Wir sind hier, um sie zu dem heutigen Banküberfall
    zu befragen....“
    „Natürlich sind Sie das.“, unterbrach Frau Knab Alexandras
    Redefluss, was diese kurz ins Stocken brachte.
    „Ok, dann sind Sie ja sicher vorbereitet, uns eine Menge über
    den Tathergang zu sagen.“, warf Michael ein.
    "Ja das bin ich. Aber bald nicht mehr, wenn sie noch länger
    drumherum reden."
    "Nun gut, Frau Knab. Aber wir verbitten uns diesen Ton." Alexandras
    Stimme nahm einen forscheren Klang an. "Wie ist dieser Überfall
    von statten gegangen? Was haben Sie beobachtet?"
    "Der Dieb kam, mit einer Maske...maskiert...in die Bank. Er
    fackelte nicht lange, zog eine Pistole, forderte die Kunden auf,
    sich hinzulegen und ging zu meinem Schalter.
    Da richtete er seine Pistole auf mich und wissen Sie, da
    schlotterten mir so die Knie und meine Inkontinenz drohte
    zuzuschlagen...aber das wollen Sie sicher nicht so genau
    wissen. Also er forderte alles Geld, was in der Bank gelagert
    ist. Zur Auszahlung kam es aber nicht, weil einer unserer
    Mitarbeiter sofort die Polizei verständigt hat. Den können Sie
    aber nicht mehr befragen, denn er ist nach Hause gegangen.
    Ihm ist übel."
    "Wie sah der Mann ungefähr aus?"
    "Er war etwa eins achzig, relativ dünn und hatte so für einen
    Dieb einen ungewöhnlich lahmen, schlacksigen Schritt...also
    eher wie einer dieser Reichen, die dicke Kisten fahren, aus
    denen sie kaum noch aussteigen, weil sie sich ja nur noch
    damit identifizi..."
    "Danke Frau Knab, das reicht fürs Erste.", unterbrachen
    Alexandra und Michael.
    "Ich helfe doch immer gerne."
    Alexandra und Michael verließen die Bank.
    "Viele Informationen haben wir aber nicht. Nur die Figur, das
    Geschlecht und dass er offensichtlich sehr betucht ist."
    "Mehr war aus dieser Dame eben nicht rauszukriegen, zumal
    sie jemand am Anfang ja unbedingt sticheln musste.",
    entgegnete Alexandra mit ruhigem, aber vorwurfsvollem Ton.

    Die beiden Kollegen traten den Rückweg zum Revier an.
    Während sie los fuhren, sahen sie einen Mann in Anzug, der eine
    große Tasche in einen Mercedes lud. Er schaute sich anschließend
    um, stieg in den Wagen und fuhr los.
    "Der sieht mir verdächtig aus. Los, Alex, hinterher!!", rief Michael,
    der auf dem Beifahrersitz saß.
    Nach der ersten Kreuzung bemerkte der Mercedesfahrer, dass
    er verfolgt wird und gab Gas. Eine Verfolgungsjagd begann, die
    außerhalb der Stadt im Straßengraben endete. Aber nur für den
    Mercedesfahrer und seinem Wagen. Die beiden Kommissare
    blieben auf der Straße stehen, zückten die Waffen und richteten
    diese auf den Mercedes.
    Dessen Tür öffnete sich und heraus stieg besagter Mann, mit
    erhobenen Händen.
    "Bitte...ich hab doch gar nichts getan.", stammelte er.
    "Los, holen Sie die Tasche vom Rücksitz!", rief Michael.
    "Die schwarze?"
    "Nein man, das pinke Schminktäschchen...natürlich die
    schwarze." Michael wurde ungehaltener und bekam von seiner
    Kollegin einen leichten Rippenstoß.
    Der Mann holte langsam die Tasche aus dem Wagen und
    öffnete sie auf Michaels Befehl. Er und Alexandra staunten
    nicht schlecht, als sie den Inhalt der Tasche sahen.

    Fortsetzung folgt

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  2. #2
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    Standard Kapitel 1 - Teil 2

    Ein Fall von Abgang (Teil 2)

    "Es...es sollte eine Überraschung sein...für meine Frau.", verteidigte sich
    der Mann. "Denn wissen Sie, sie hatte nie eine richtige Jugendzeit und
    wünschte sich deshalb schon lange sehnlichst so ein...so ein Barbie-Schminkset."
    Alexandra und Michael starrten sich fassunglos an. Sie wussten nicht, ob sie
    lachen oder fluchen sollten. Einerseits war es einfach derart abnormal, dass
    ein Ehepaar im mittleren Alter sich ein Barbie-Schminkset zulegt, zum anderen
    hatten sie extra deswegen eine Verfolgungsjagd mit Sachschaden an der Backe.
    Michael riss sich zusammen und sprach wieder auf den Mann ein, nach der
    guten, alten Bullenmethode: "Jetzt hören Sie mal zu! Wir hatten allen Grund,
    Sie zu verfolgen. Sie legten die Tasche schnell ins Auto, schauten sich dann
    verdächtig intensiv um und verschwanden dann anschließend so schnell Sie
    nur konnten.
    "Natürlich hab ich das...was glauben Sie, was gewesen wäre, wenn unsere
    Freunde mich damit gesehen hätten?", entgegnete der Mann immer lauter. "Wer
    bezahlt mir denn jetzt meine Karre?"
    "Tja, Micha, jetzt werden wir wohl oder übel zu unserem Herrn Staatsanwalt
    in den Beichtstuhl klettern müssen."
    "Wir sind tot, Alex."
    Die beiden Kommissare veranlassten, dass der Abschleppdienst den Mercedes
    aus dem Graben zieht und die Reparatur bezahlt wird. Nicht gerade billig.
    Anschließend stiegen sie die Stufen eines, ihnen sehr bekannten Gebäudes
    empor, holten tief Luft, klopften an die nächste Türe und warteten.
    "Herein.", dröhnte es aus dem Zimmer dahinter.
    Sie öffneten die Tür. Dahinter befand sich ein typisches Büro, mit Schreibtisch
    und Aktenschrank. Hinter dem Schreibtisch saß ein Mann mit grauen Haaren
    und einer sehr ernsten Mine. So richtig konnte er zwar nie lachen, aber
    andererseits sah er auch selten so verbittert aus.
    "So treten Sie doch näher!", sagte der Mann mit kräftiger Stimme. "Ich will
    nicht lange drumherum reden. Haben Sie mir etwas zu sagen?"
    "Also, Herr Kirkitadse, es so...wir mussten den Mann verfolgen. Er war höchst
    verdächtig. Er hatte eine Tasche dabei..."
    "Oh weia.", unterbrach Staatsanwalt Kirkitadse zynisch. "Das ist höchst
    verdächtig. Dann müssen Sie mich auch festnehmen."
    "Sie verstehen das nicht."
    "Oh doch, Frau Rietz. Es war notwendig. Genauso notwendig, wie die
    Beleidigung der Zeugin Frau Knab."
    "Wie bitte? Wann haben wir sie beleidigt?", fragte Michael entgeistert.
    "Frau Knab hat sich offiziell beschwert, dass ihr beiden euch bei der
    Vernehmung der Frau Knab, über diese lustig gemacht und sie beleidigt hättet."
    "Zugeben, ich habe mal einen Scherz gemacht..."
    "Ihre Scherze, Herr Naseband, kenne ich zur Genüge. Nun ich will nicht
    lange drumherum reden. Die Polizeiarbeit die Sie geleistet haben, sofern
    man das als solche bezeichnen kann, war unter aller Würde und sie haben
    damit dem der Polizei geschadet. Das kann ich nicht dulden."
    "Das ist doch nicht wahr, wir haben..."
    "Herr Naseband, Sie und Ihre Kollegin sind ja nicht das erste Mal aufgefallen.
    Sehr oft kamen mir Beschwerden zu Ohren und immer habe ich sie in Wind
    geschlagen, weil ich euch vertraut habe. Irgendwann ist meine Geduld zuende."
    "Wir sind wirklich unschuldig.", beteuerte Alexandra noch einmal. "Aber wir
    können es Ihnen ja doch nicht beweisen. Also was haben wir zu erwarten?"
    "Ich werde Sie vorläufig versetzen. Vorerst für sechs Monate. Sie üben
    weiterhin Ihren Dienst aus, aber nicht hier in der Stadt, sondern auf dem Land.
    Genauer gesagt, in Dreidorf."
    "Was?? Das ist nicht Ihr Ernst." Michael klappte der Unterkiefer herunter. Er
    wusste nur zu gut, was damit auf sich hatte. Da war so gut wie nichts. Er und
    Alexandra würden vor Langeweile sterben und er war noch nicht bereit, in so
    jungen Jahren zu sterben.
    "Herr Naseband, ich kann sie auch suspendieren. Wäre Ihnen das lieber?"
    "Also gut, Herr Kirkitadse. Wir nehmen die Strafe auf uns, wie ein...Sie wissen
    schon.", sagte Alexandra, nahm Michael am Arm, der immer noch versuchte,
    den Staatsanwalt umzustimmen und zog ihn aus dem Büro.

    Es war Wochenende und ab Montag sollten sie nach Dreidorf ziehen. Es lag
    etwa 100 Kilometer von der Stadt entfernt. Etwas außerhalb des "Dorfes", lag
    ein kleines Häuschen, in dem die beiden Kommissare wohnen konnten.
    Ein neuer Schritt in eine neue Zukunft.

    ENDE - Kapitel 1

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  3. #3
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    Standard Kapitel 2

    2. Dreidorf

    Der Bus verließ die Bundesstraße. Er bog ab in eine Seitenstraße, die in
    Dreidorf enden soll. Genau wusste das allerdings niemand. Auch der Busfahrer
    nicht, weil er nur auf ausdrücklichen Wunsch zweier Kommissare außer Dienst
    nach Dreidorf fuhr.
    "So lange kann das ja nicht dauern, wenn die Straße lediglich zu dem Dorf führt.",
    dachte der Busfahrer.
    Nach etwa 20 Kilometern auf jener holprigen Nebenstraße, war endlich eine
    Mauer in Sicht. Sie sah aus wie eine Stadtmauer, nur etwas niedriger, als
    sonst.
    "So, da wären wir.", rief der Busfahrer nach hinten zu den Passagieren, die
    nur noch aus Alexandra und Michael bestanden. "Das macht dann zusammen
    25 Euro."
    "Wie bitte? Aber..."
    "Kein Aber, 20 Euro Fahrgeld und 5 Euro Zuschlag für diese Mördertour
    hierher."
    Widerwillig zahlten die beiden Kommissare. Anschließend fuhr der Bus ab.
    Alexandra und Michael standen nun mit ihrem Gepäck in der Einöde.
    Vor ihnen die, etwa vier Meter hohe Mauer. Etwas weiter links, sahen sie
    einen Eingang. Sogar eine richtige Zufahrt.
    Sie gingen darauf zu und betraten Dreidorf. Eine weitere Mauer trennte, links
    und rechts, eine unbefestigte Straße von einem großen Hof, auf dem ein
    etwa 15 Meter hoher Turm stand.
    Ein Mann in blauer Arbeitshose, lief gerade darauf zu. Als er Alexandra und
    Michael sah, blieb er stehen und rieb sich erst ein paarmal die Augen, bevor
    er zaghaft auf sie zu lief.
    Nach kurzer Zeit standen sie sich Auge in Auge gegenüber. Die Atmosphäre
    war, wie in einem Western. Nur das, was der Mann, der offensichtlich ein
    Bauer war, in barschem Ton sagte, hätte nicht so ganz gepasst: "Wir kaufen
    nichts!"
    Alexandra und Michael schluckten und schauten sich mit gerunzelter Stirn an.
    Eine Frau, etwa im Alter des Mannes, plusminus 10 Jahre, kam aus dem
    Turm und gesellte sich zu ihm.
    "Ich bin Alexandra Rietz und das ist mein Kollege..."
    "Ach ja, jetzt weiß ich, ihr seid die Kommissare, die einige Zeit bei uns
    verweilen wollen.", unterbrach der Mann.
    "Kommissare?", warf die Frau ein. "Das konnte ja nicht gut gehen Bernd.
    Ich hab
    dir´s gesagt...kein Sex vor der Ehe!!"
    "Gute Frau...DESWEGEN sind wir nicht hier.", beruhigte Michael. Wir sind
    hier...auf Urlaub."
    Die Leute schauen sich an und kicherten leise.
    "Da haben Sie ja einen netten Vorgesetzten, der Ihnen extra einen
    Urlaubsplatz verschafft. Toll, muss ich sagen.", sagte der Mann.
    "Und Sie sind Bauern und leben hier?", sagte Alexandra schnell.
    "Ja, da haben Sie recht. Kommen Sie, ich zeige ihnen das Häuschen, in
    dem Sie wohnen werden.", schlug die Frau vor. Sie führte die Kommissare
    allerdings nicht nach Dreidorf rein, sondern zu einer Holzhütte, etwa einen
    Kilometer außerhalb.
    Diese war von innen geräumiger, als sie von außen vermuten ließ.
    "Was sagen Sie?", sagte die Frau fröhlich.
    "Es lässt sich leben, Frau...", meinte Alexandra.
    "Grenze. Anna Grenze. Und Sie?
    "Alexandra Rietz und das ist Michael Naseband."
    "Schön, hier Polizei zu haben. Da fühlt man sich doch gleich sicherer."
    "Ja, ist auch bitter nötig.", erwiderte Michael ironisch, weswegen er sich den
    nächsten Rippenstoß von seiner Kollegin einhandelte.
    "Sie sagen es. Übrigens, das Dorf selbst hat nur ein Haus und eine kleine
    Kapelle. Die Höfe liegen etwas außerhalb. Ach und wissen Sie, warum unser
    Dorf Dreidorf heißt? Weil da drei Familien wohnen. Mein Mann und ich, dann
    noch Ruth Infrieden mit ihrem Mann Meinhardt und der Tochter Hanna. Außerdem
    Rainer Knoblauch. Er wohnt alleine. Übrigens mag er Polizeiarbeit sehr gern.
    Er ist ein großer Fan davon, hat aber leider nicht viel zutun hier. Na, wie auch
    immer. Sie sehen, unsere Dorfbewohner sind schnell kennengelernt. Noch Fragen?"
    "Erstmal nicht, danke.", sagte Alexandra.
    "Nun gut, dann lasse ich sie erstmal alleine. Sie können übrigens mich
    auch Anna nennen." Die Frau winkte und verließ das Häuschen.
    Alexandra und Michael standen völlig verloren und regungslos da. Sie hörten
    nichts, aber auch gar nichts. Michael knackte mit seinem großen Zeh. Selbst
    das hörte sich, verglichen mit der Ruhe hier, schon wie eine Explosion an.
    "Was machen wir jetzt, Alexandra?"
    "Hm...wie wär´s mit einer Dorfbesichtigung."
    "Ja...kann nichts schaden."

    ENDE - Kapitel 2

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  4. #4
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    Standard Kapitel 3

    Die Bewohner

    Auf einem kleinen Hügel, er ist der einzige in der Gegend, bekamen Alexandra und Michael einen
    kleinen Überblick auf das Dorf.
    Es ist vollständig von einer Mauer umgeben, wie sie es vermutet hatten.
    Das Wohnhaus stand genau in der Mitte und außen in der nordwestlichen Ecke die Kapelle.
    Etwas weiter nach Süden, also entgegengesetzt der Richtung, aus der die beiden anreisten,
    befanden sich drei Höfe. Auf dem einen trieben sich Kühe herum, der zweite Hof besaß Schweine
    und einen großen Traktor und auf dem dritten gackerten und schnatterten Hühner und Enten.
    „Die wissen sich hier sehr zu helfen.“, bemerkte Alexandra staunen.
    Michael nickte zustimmend. Dann schickte er an, doch zum Dorf herunter zu gehen. Die Bewohner
    würden sich sicher freuen, sie kennenzulernen.
    Gesagt, getan.
    Als die Kommissare das Dorf betraten und sich dem Turm näherten, sahen sie, wie Anna, die noch
    davor gestanden hatte, nun schnell hinein lief. Kurz danach standen sechs Leute im Hof Spalier.
    Alexandra und Michael wussten nicht recht, wie ihnen geschieht. Sie zögerten erst und gingen dann
    aber auf die Bewohner zu.
    „Hallo...ihr äh...Dreidörfler.“, fing Michael an. Alexandra verdrehte leicht die Augen, aber ließ ihm
    weiter das Wort.
    „Ich bin Michael Naseband...“ Ein leises Kichern von einem jungen Mädchen, es war das einzige
    junge Mädchen, unterbrach Michael kurz und regte ihn zum Nachdenken über seinen Nachnamen
    an. Aber er sprach weiter.
    „Das ist meine Kolleg...äh meine beste Freundin Alexandra Rietz. Wir sind hier...auf Urlaub.“
    Die Dorfbewohner standen schweigend da und starrten die beiden weiter an.
    Schließlich bewegte sich ein Mann mittleren Alters auf sie zu.
    „Hallo, ich bin Rainer Knoblauch und ich heiße Sie im Namen aller hier Anwesenden herzlich
    Willkommen hier in Dreidorf. Schön, dass sie uns beehren. Besonders mich freut es, weil Sie
    ja Kommissare sind und ich bin...Kommissarenfan.“
    „Sehr gut gesprochen, Rainer.“, sagte Anna. „Kommt doch mit uns in den Turm. Mein Mann
    und ich würden euch gern zum Kaffee einladen.“
    Das ließen sich die beiden Kollegen nicht nehmen. Nachdem sie allen die Hand geschüttelt
    hatten, betraten sie den Turm.
    „Hallo ihr. Ich heiße übrigens Hanna. Wenn ihr wollt, zeig ich euch den Hof.“, rief das junge
    Mädchen die beiden zurück.
    „Sehr erfreut, Hanna. Find ich nett von dir.“, ergriff Alexandra das Wort. „Wie alt bist du eigentlich?“
    „Ich bin neun, aber ich kann...“
    „Hanna, bitte komm erst mal. Du kannst den Herrschaften die Höfe später zeigen. Du weißt doch,
    dass du erst mal den Traktor zur Reparatur fahren sollst.“
    „Ok, Papa.“, sagte sie, dann sah sie wieder zu den Kommissaren. „Dann führ ich euch später herum.“
    „Du fährst Traktor?“, fragte Michael entgeistert?
    „Klar, geht doch ganz leicht.“, antwortete Hanna selbstverständlich. Dann aber wurde sie erneut
    von Vater Meinhardt gerufen, woraufhin sie sich verabschiedete.
    Sich gegenseitig anschauend, schritten Alexandra und Michael langsam die Treppen des Turms
    herauf in den ersten Stock.
    Anna und Bernd Grenze servierten leckeren Kaffee und Kuchen. Außerdem kam eine sehr nette
    Unterhaltung zustande.
    Währenddessen sahen die den großen Traktor am vom mittleren Hof in Richtung Dorf knattern.
    "Ach das muss Hanna sein.", sagte Anna unbekümmert.
    "Wieso muss denn das Kind den Traktor fahren?", fragte Alexandra. "Das ist nicht richtig, das
    müsstet ihr eigentlich wissen."
    Bernd beruhigte sie. "Hannas Vater hat ihr das mal beigebracht. Sie fährt nur bis zum Anfang
    der Straße." Während er erklärte, ging er ans Fenster und beobachtete das Geschehen. "Normalerweise
    spricht ihr Vater das mit ihr ab...aber momentan ist dem nicht so."
    "Wie kommen Sie darauf?", fragten Alexandra und Michael und gingen ebenfalls zum Fenster.
    "Nun, sehen Sie mal, der Vater kam nicht mehr dazu, mit Hanna alles abzusprechen."
    Alexandra und Michael schauten nach draußen. Hanna fuhr gerade mit dem Traktor vorbei und
    ihr Vater rannte rufend und mit den Armen wild fuchtelnd, hinter ihm her.
    "Dieses Kind ist manchmal etwas aufmüpfig, aber im Grunde doch eine liebe Seele.", verteidigte
    Bernd. Die Kommissare sagten nichts weiter. Sie waren in der kurzen Zeit ihres Daseins schon
    einiges gewohnt.

    Der weitere Tag verlief ereignislos, was die Kommissare natürlich erwartet haben.
    "Vielleicht zeigt uns Hanna morgen die Höfe. Ich würde mich freuen."
    "Klar, Alexandra, ich hatte noch nie eine so junge Führerin.", lächelte Michael.
    "Weißt du, Micha, ich hab das Gefühl, wir gewöhnen uns noch an das Dorf und die Leute."
    "Hoffentlich."
    Auch über Dreidorf bricht irgendwann die Dunkelheit herein.
    Alexandra und Michael beziehen ihre Schlafzimmer und nach ein paar Stunden schafft es jeder
    von ihnen, einzuschlafen.

    ENDE Kapitel 3

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  5. #5
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    Standard Kapitel 4 - Teil 1

    Nachts ist es dunkel (Teil 1)

    "Micha...irgendetwas geht hier vor. Die Bewohner verhalten sich sehr
    merkwürdig.", spricht Alexandra mit angsterfüllter Mine zu ihrem Kollegen.
    "Natürlich verhalten sie sich merkwürdig. Das haben wir doch die ganze
    Zeit schon feststellen müssen."
    "Nein, so meine ich das nicht. Komm am bestem mal mit!"
    Alexandra und Michael waren gerade im Wohnzimmer ihres
    Landhäuschens. Michael hatte bis vor fünf Minuten noch geschlafen,
    als seine Kollegin in sein Zimmer stürmte und ihn wachrüttelte. Sie konnte
    nicht schlafen und ging deshalb spazieren. Im Dorf machte sie sehr
    merkwürdige Beobachtungen.
    Nun bat sie auch Michael, mit hinunter ins Dorf zu gehen. Er folgte ihr nur
    widerwillig, da es erst zwei Uhr nachts war.
    Im Dorf angekommen, sahen sie sich um, konnten aber nichts entdecken.
    "Was bitte ist jetzt so ungewöhnlich, dass du mich wecken musstest?",
    fragte Michael ungeduldig.
    "Ich verstehe das nicht. Eben habe ich noch die Bewohner im Kreis stehen
    sehen und in der Mitte zwei, die Ringkampf veranstalteten. Ich find es schon
    ungewöhnlich, zumal es Hanna war, die gegen ihren Vater ringte...und auch
    noch gewann."
    "Ok, ich verstehe ja.", sagte Michael und kicherte leise. "Aber wo hast du
    das denn geseh..." Michael unterbrach sein Reden und hielt inne. "Da auf
    der Südseite, hinter dem Turm...du hast recht, ich höre Gelächter aus dieser
    Richtung."
    Vorsichtig schlich sich das Duo an der Turmwand entlang und spähte um
    die Ecke, um zu sehen, was es mit dem Gelächter auf sich hat.
    Michael hatte seiner Kollegin und besten Freundin nicht glauben wollen,
    doch was er jetzt sah, läuterte ihn.
    "Und nun das dritte Ringerpaar.", dröhnt eine Stimme aus den Reihen der
    Bewohner. "Die Entscheidung, wer die meisten Ringkämpfe gewinnt, rückt
    näher. Wer wird Herr der Ringe?! Bis jetzt ist die Favoritin Hanna."
    Die Bewohner klatschten Beifall.
    Alexandra und Michael schüttelten nur die Köpfe. Michael wollte sich
    umdrehen und verschwinden, aber er rutschte dabei aus. Das Lachen und
    Anfeuern der Bewohner verstummte augenblicklich. Sie starrten in Michaels
    Richtung.
    Anna sprach sie an: Schön, dass ihr auch gekommen seid, meint ihr nicht
    auch?" Die Bewohner applaudierten darauf erneut und Anna fuhr fort: "Ihr
    könnt noch einsteigen."
    "Tut uns leid, aber wir müssen gehen, nicht wahr, Alexandra?"
    "Aber, aber...ihr seid doch Polizisten und nahkampferfahren. Da müsstet
    ihr reelle Chancen haben." Anna lief entschlossen auf beide zu.
    Hanna trat neben sie. Sie ließ ihre Finger knacken und ihre Augen funkelten
    dabei.
    Die anderen Bewohner kamen ebenfalls und umkreisten die Kommissare.
    Bernd fing an, das nächste Ringerpaar zu verkünden: "Da ich weiß, dass ihr
    kampferfahren seid, habe ich beschlossen, euch gleich gegen die Favoritin
    antreten zu lassen. Gibt dem ganzen mehr Spannung. Also, es kämpfen:
    Hanna gegen Michael."

    Fortsetzung folgt

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  6. #6
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    Standard Kapitel 4 - Teil 2

    Nachts ist es dunkel (Teil 2)

    „Micha...du wirst doch nicht gegen eine neunjährige antreten?“, rief Alexandra
    entgeistert.
    „Glaubst du, ich will das? Ich weiß nicht was passiert, wenn ich das ablehne
    oder hast du eine Ahnung, zu was die hier fähig sind?“ Michael versuchte sich
    noch etwas Zeit zu verschaffen. Hanna aber stand entschlossen vor ihm und
    kreiste noch einmal mit ihrem Kopf, so dass es knackte.
    „Hört mal her. Ich bin Polizist und werde mit Sicherheit niemanden einfach so
    verprügeln!“
    Dieser Satz von Michael erntete nicht weiter als schallendes Gelächter.
    „Glaubst du wirklich, dass du derjenige bist, der verprügelt?“, höhnte Hannas
    Vater Meinhardt. „Die Wetten stehen fünf zu null für Hanna.“
    „Nein, ich werde nicht kämpfen.“, rief Michael immer verzweifelter. „ICH
    WERDE NICHT KÄMPFEN!!!“
    Doch Hanna lief auf ihn zu, packte ihn am Arm und vollführte mit ihm einen
    sauberen Überwurf, der Michael auf den Asphaltboden schmetterte.
    Mit schmerzverzerrtem Gesicht, richtete er sich wieder auf. „Na warte du.
    Wenn das dein Vater wüsste...ach nee, er setzt ja sogar auf dich...also wenn
    du das noch einmal tust dann...“ Weiter kam er nicht, denn wieder hatte ihn
    Hanna am Arm gepackt und wieder wurde er auf den Boden geschmettert.
    Alexandra sah fassungslos zu. Als sie eingreifen wollte, hinderten sie die
    Bewohner.
    „Du kannst mich umbringen...ich werde trotzdem nicht kämpfen!!!
    Hörst du...hörst du......“
    Michaels Stimme wurde immer leiser. Sie verklang wie ein Echo.
    „Micha, was hast du denn?!“ Alexandra stand an Michaels Bett und rüttelte
    den, sich darin windenden Kollegen. Dieser schreckte hoch, so dass
    Alexandra gehörig zusammenzuckte.
    „Hanna...wo ist Hanna!“
    „Ich weiß nicht was du meinst. Sie wird in der Schule sein...es ist Montag.“
    Michael wurde ruhiger. Er schaute sich ungläubig um und stieg mit seinem
    schweißnassen Schlafanzug aus dem zerwühlten Bett.
    „Ich hatte einen furchtbaren Alptraum. Wir waren im Dorf und da war ein
    Ringkampf...ich sollte gegen Hanna kämpfen...ich wollte nicht und...“
    „Beruhige dich, Micha. Das war definitiv ein Alptraum. Ich mach uns erst
    mal Kaffee.“
    Während sie frühstückten, wurde auch Alexandra unruhig.
    „Was ist los? Hast du auch schlecht geträumt?“
    „Nein, bei mir war es real.“, antwortete Alexandra nun selbst etwas
    verunsichert. „Ich habe merkwürdige Geräusche gehört. Sie kamen von den
    Höfen, da bin ich mir sicher. Als ob da jemand sich zu schaffen gemacht hat.“
    „Ich würde sagen, wir warten die nächste Nacht ab. Wir können ja
    abwechselnd wach bleiben. Ich übernehme gerne die erste Schicht.“
    „Das wäre eine Idee. Danke, dass du mir glaubst.“ Alexandra fing wieder an,
    zu lächeln.
    „Dreidorf scheint einen schlechten Einfluss auf uns zu haben.“, scherzte Michael.
    Nachdem sie gefrühstückt hatten, gingen die Kommissare wieder ins Dorf.
    Sie wollten die Bewohner fragen, nein nicht ob sie Ringkampf machen, sondern
    ob sie die Nacht etwas verdächtiges bemerkt haben.
    Die Sonne schien warm auf Dreidorf.
    Was für Tage würde ihnen dieses Dorf noch bringen?

    ENDE Kapitel 4

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    Standard Kapitel 5 - Teil 1

    „Hanna“ oder „Panik an der Ostmauer“ (Teil 1)

    Es ist Mittag.
    Alexandra und Michael trafen auf Bernd, den sie auch sogleich fragten, ob er die
    letzte Nacht etwas Verdächtiges gehört hatte. Aber er verneinte.
    Anschließend fragten sie Bernd, wie sie am schnellsten in den nächsten Ort
    kämen, denn sie würden gerne Einkaufen. Schließlich brauchen sie auch etwas
    zu essen.
    „Ihr könnt gerne zum Mittag bei uns bleiben. Meine Frau kocht hervorragend. Wenn
    ihr für später einkaufen wollt, dann braucht ihr ein Fahrzeug, denn zum Laufen
    ist es zu weit.“ Bernd überlegt eine Weile, dann komm ihm ein Gedanke. „Tja, es
    gibt nur eine Möglichkeit. Den Traktor. Meinhardt müsste jeden Moment in den
    Nachbarort fahren, um Hanna von der Schule abzuholen. Er nimmt euch bestimmt
    auf dem Anhänger mit.“
    „Auf dem Anhänger? Aber...“
    „Aber klar doch. Das wäre einfach toll.“, unterbrach Michael Alexandras unsicheren
    Gedankengang.
    „Ihr müsst euch beeilen, da kommt er schon gefahren.“, machte Bernd hektisch
    aufmerksam.
    Alexandra und Michael stürmten bis zum Nordtor, um dem Traktor den Weg
    abzuschneiden. Sie fühlten sich plötzlich wieder wie in alten Zeiten, als sie
    Verbrecher gejagt hatten.
    „Hey was wollt ihr denn? Fehlt euch die Ganovenjagd oder was?“, lachte
    Meinhardt von dem großen Traktor herunter.
    „Hören Sie, wir wollten Sie fragen, ob Sie uns mit in die Stadt nehmen könnten.
    Wir wollen einkaufen.“, sprach Alexandra den Fahrer an.
    „Ihr wolltet mich also fragen? Gut, das habt ihr ja soeben getan. Ciao.“
    „Ja...aber...“
    „Das war ein Scherz, junge Frau. Natürlich könnt ihr mit. Ihr müsst aber mit
    dem Hänger Vorlieb nehmen.“
    „Vielen Dank, Herr...“
    „Meinhardt, junge Frau...einfach nur Meinhardt.“
    „Ok, dann bin ich aber Alexandra und das ist Michael.“

    Die Fahrt dauerte etwa eine halbe Stunde. Meinhardt war sehr redselig.
    Auch er wurde gefragt, wegen letzter Nacht und genau wie Bernd, schüttelte er
    den Kopf.
    „So wir sind jetzt im Ort angekommen. Würde vorschlagen, ich lade euch vor
    dem Supermarkt ab, hole Hanna von der Schule ab und anschließend...“
    „...laden Sie uns wieder auf.“, ergänzte Michael, woraufhin Alexandra wieder
    einmal nur den Kopf schütteln konnte.
    „Oh, ich sehe, ihr habt meine Gedanken schon erraten. Na gut, ihr seid ja auch
    Polizisten, wie man so schön sagt....oder Bullen, wie man so schlecht sagt.“,
    sagte Bernd und fing wieder ein herzerfrischendes Lachen an. Alexandra und
    Michael sahen sich an. Sie waren ja bereits vieles gewohnt.
    Es lief alles wie abgesprochen.
    Auf der Heimfahrt saßen die Kommissare zusammen mit Hanna auf dem
    Anhänger.
    Michael sah das Mädchen, seit seinem Alptraum nun mit ganz anderen Augen.
    Aber er traute sich nicht, zu sagen, von was er geträumt hat. Selbst diese,
    schon liebenswert schrägen Leute, würden ihn sonst wahrscheinlich noch
    auslachen.
    Hanna war von, für ihr Alter ganz normaler Statur. Sie war etwa ein Meter
    vierzig, schlank und hatte lange, hellbraune Haare. Sie war sehr offenherzig,
    redete viel und konnte es nicht erwarten, Alexandra und Michael die Höfe zu
    zeigen.
    Dies ließen sie sich auch nicht nehmen. Sobald sie wieder in Dreidorf ankamen,
    legte Hanna mit der Hofführung los. Hausaufgaben mache sie später, sagte sie.

    Forschen Schrittes lief Hanna vorneweg zu den Höfen. Alexandra und Michael
    hinterher.
    „So, da wären wir. Hier links seht ihr den Hof der Grenzes. Ihr Ein und Alles
    sind Kühe und natürlich auch Bullen. Nicht persönlich nehmen, ich meine die
    männlichen Kühe.“
    Alexandra und Michael nickten verständnisvoll und irritiert.
    „Der Hof daneben gehört uns. Wir halten uns Schweine und haben einen Acker.
    Auch deswegen wurde der Traktor angeschafft. Ich hatte geholfen, ihn
    auszusuchen.“ Hanna war begeistert, diese Führung zu machen und ließ die
    Kommissare nicht zu Wort kommen. „Der dritte Hof gehört Rainer Knoblauch.
    Eigentlich müsste er die Bullen halten, denn er ist ja ein Fan...na egal, also er
    hält Enten und Hühner. Habt ihr noch Fragen?“
    Alexandra und Michael waren erfreut, zu Wort zu kommen. Aber sie merkten,
    dass sie nicht recht wussten, was sie sagen sollen.
    „Treibst du Sport, Hanna?“, brachte Michael nach einiger Überlegung hervor.
    Hanna und auch Alexandra schauten ihn an. Alexandra fasste sich innerlich
    an die Stirn und Hanna zog irritiert die linke Augenbraue hoch.
    „Äh....ja. In der Schule, wieso?“
    „Och...nur so. Wir wollen dich eben...kennenlernen.“
    „Achso. Ich würde euch auch gern mehr kennenlernen.“

    Hanna war gerade fertig mit der Hofführung, als die drei ein Rufen aus Richtung
    Dorf hörten.
    Dann sahen sie einen Mann, es musste Rainer sein, der auf sie zu rannte.
    „Alexandra, Michael, kommt bitte mal schnell ins Dorf!“

    Fortsetzung folgt

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    Standard Kapitel 5 - Teil 2

    „Hanna“ oder „Panik an der Ostmauer“ (Teil 2)

    Alexandra und Michael, sowie auch Hanna folgten Rainer.
    Er führte sie zur Ostmauer. Für die Kommissare sah jedoch alles ganz normal aus.
    „Was soll hier sein?“, fragte Michael, darauf gefasst, einem Scherz auf den Leim gegangen
    zu sein. „Ich sehe einen umgestürzten Müllbehälter, aber sonst...“
    „Aber sonst?“, wurde Michael von Hanna unterbrochen. „Fragst du das im Ernst? Das ist doch schrecklich.“
    „Ganz recht.“, stimmte Rainer dem Mädchen zu. „Der ganze Müll ist hier verteilt. Das stinkt
    doch irgendwann und sieht scheußlich aus. Ganz abgesehen davon, dass es höchst verdächtig ist.
    Wer mag das gewesen sein? Wir Bewohner bestimmt nicht. Sauberkeit ist bei uns groß
    geschrieben.“ Rainer Knoblauch lief im Kreis, scharf nachdenkend. Er und Hanna schauten sich an,
    als ob die Welt jeden Moment untergehen würde.
    Die Kommissare brachten kein Wort heraus. Sie waren einiges von den Bewohnern gewöhnt, aber das war mit
    Abstand das Schrägste. Jedoch wollten sie nicht den Eindruck vermitteln, sich über
    Rainer und Hanna lustig zu machen.
    Alexandra sprach die beiden an. „Also, was denkt ihr denn, könnte passiert sein. Was wäre eurer Meinung nach
    ein möglicher Tathergang?“
    Rainer überlegte und Michael biss sich auf die Zunge. Er drehte sich um und presste die Hände auf den Mund.
    „Jetzt bloß nicht losprusten.“, dachte er.
    Während Rainer und auch Hanna immer noch fieberhaft überlegten, kam wieder ein Mann angerannt. Diesmal war
    es Bernd. Er kam von seinem Hof.
    „Gut, dass ich euch hier treffe. Ihr müsst mir helfen, „Officer“ wiederzufinden.“
    „Wer bitte ist Officer? Ist das ein Name?“, fragte Michael.
    „Ja, ich kam darauf, weil das in Amerika ja ein Polizeidienstgrad ist und...na ja, da mein Officer ja ein Bulle ist, dacht
    ich...das passt...na wie auch immer, helft ihr mir. Ich wollt euch nicht beleidigen damit...“
    „Schon gut.“ Michael, der sich über gar nichts mehr wunderte, winkte ab. „Was können wir tun?“
    „Vielen Dank.“, sagte Bernd erleichtert. Helft mir suchen! Rainer, Hanna, ihr könnt ja mitmachen.“
    Hanna seufzte. „Na gut.” Sie schaute zu Alexandra. „Weißt du, das ist mindestens einmal im Monat so.“
    „Jaaa, natürlich.“, jauchzte Rainer. „Das ist doch eine eindeutige Verbindung und erklärt den Tathergang mit dem
    Müllbehälter. Officer ist hier lang gerannt und hat ihn umgestoßen.“ Rainer zog ein Notizblock aus seiner Jacke, so
    wie die Kommissare es auch immer taten, wenn sie jemanden vernahmen und kritzelte irgend etwas darauf. „Dann
    lasst uns doch jetzt den Täter finden!“ Mit diesen Worten, rannte er offenbar blindlings am Nordtor vorbei nach
    Westen, genau
    auf die Wohnhütte der Kommissare zu. Seufzend folgten ihnen die anderen.
    „Micha, ich hab das Gefühl, die haben schlechte Erfahrung mit der Polizei gemacht.“, flüsterte Alexandra ihrem
    Kollegen zu.
    „Wem sagst du das? Oder sie tun es einfach nicht absichtlich. Vielleicht ist ihnen ja gar nicht klar,
    dass Bulle ein abfälliges Wort ist.“
    „Redet ihr über das Bullen?“, fragte Hanna, die offensichtlich alles mit angehört hatte. „Ich kenne
    das Wort, das wurde in meiner Klasse immer mal gesagt.“
    „So? Wie kamen die denn darauf?“, fragte Michael.
    „Naja, das ist nichts gegen euch...aber das war so. Ein paar aus meiner Klasse hatten in der Zeitung gelesen,
    dass zwei Kommissare aus der Stadt ziemlich Scheiße gebaut haben. Sie hatten einen Dieb schnappen wollen
    und den falschen erwischt“ Hanna konnte kaum weiter reden, da sie in schallendes Gelächter
    ausbrach. „Entschuldigung...ich mach mich ja nicht über euch lustig, sondern nur über die aus der Zeitung.“
    „Ja...schon gut, Hanna.“, entgegnete Alexandra unsicher und auch froh, dass Hanna offensichtlich noch nicht
    so gut kombinieren konnte. „Ja, davon haben...auch schon gehört. Nicht wahr Micha?“
    „Oh ja...was für Trottel.“, grinste er, innerlich verlegen.
    „Aber ihr seid echt in Ordnung.“, lächelte Hanna die Kommissare nun an.
    Sie verfolgten weiter Rainer.
    „Verteilt euch am besten.“, schlug dieser vor.
    Tief einatmend, folgten Alexandra und Michael Rainers Ratschlag.
    „Was soll hier nur aus uns werden.“, dachte Michael.

    ENDE Kapitel 5

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    Geändert von unlulov (01.07.2009 um 22:36 Uhr)
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    Standard Kapitel 6 - Teil 1

    Finding Officer (Teil 1)

    Alexandra, Michael, Bernd, Rainer und Hanna verbrachten den gesamten
    Nachmittag damit, Officer den entflohenen Bullen zu suchen.
    „Hanna, solltest du nicht Schularbeiten machen?“, mahnte Bernd.
    „Das bisschen Mathe mach ich heute Abend. Ist nun wirklich kein Thema.“,
    erwiderte Hanna. Sie war sehr gut in der Schule. Eine der Besten ihres Jahrgangs.
    Man merkte es ihr an, dass sie weder Fernseher, noch Spielkonsole zu Hause hat.
    Es hatte aber auch den Nachteil, dass Hanna kaum Gelegenheit hatte, mal etwas
    mit Freunden zu unternehmen. Ihr Vater bemühte sich redlich, sie immer mal in die
    Stadt zu fahren oder ihr zu erlauben, Freunde einzuladen, aber dadurch, dass
    Dreidorf nunmal sehr abgelegen ist, bleibt sie die meiste Zeit allein. Doch sie
    scheint das kaum zu kümmern. Mit Hingabe geht sie zu den Kühen, füttert und melkt
    sie. Vor Officer hatte sie immer große Angst, weil er öfter schnaubte, wenn sie
    den Stall betrat. Erst seit sie acht war, überwand sie die Scheu.
    „Seid mal still.“, flüsterte Bernd, hielt an und hob die Hand. „Ich glaube, ich habe
    ein Muhen gehört.“
    „Sehr gut. Von woher kam es?“, erwiderte Rainer.
    „Mehr von Süden. Folgt mir.“ Nach einiger Zeit, als sie wieder am Waldrand
    ankamen, begann Bernd sich hinzulegen und auf dem Boden zu robben.
    „Er kann seine Zeit als Soldat eben niemals ganz vergessen.“, flüsterte Rainer
    den Kommissaren zu.
    „Na und. Lassen wir ihm doch den Spaß.“, entgegnete Alexandra und legte sich,
    vor den erstaunten Augen von Michael, ebenfalls hin und robbte.
    Kopfschüttelnd, aber sich damit abfindend, ging Michael mit Rainer ebenfalls in
    die Knie.
    „Wo ist Hanna.“, fragte Michael Rainer. Sie war tatsächlich nicht mehr zu sehen.
    „Ach, die ist auf eine der Kiefern geklettert, für den optimalen Überblick.“
    „Wie bitte? Diese Kiefern haben doch keinerlei Äste in Reichweite...“
    „Na und. Alles was sie braucht, ist ein kleines Seil, was sie immer bei sich hat.
    Sie schwingt es um den Stamm, fasst mit jeder Hand ein Ende, zieht straff und
    klettert mit dem Seil als Halt nach oben.“ Rainer ließ den ungläubig nach oben
    schauenden Michael zurück und robbte mit an den Waldrand.
    „Siehst du was, Hanna?“, fragte Rainer halblaut.
    „Nein, leider nicht. Aber ich habe das Muhen wieder gehört.“
    „Dann gehen wir weiter.“, schlug Bernd vor. „Aber weiter nach Süden würde ich
    nicht mehr gehen, denn wir haben diese Richtung schon viel zu lange
    eingeschlagen. Würde vorschlagen, wir gehen wieder nach Norden.“
    Der Vorschlag wurde einstimmig angenommen.
    „Seht mal, das muss eine Art Scheune sein.“, rief Rainer nach einiger Zeit
    begeistert.
    Tatsächlich stießen die Suchenden auf ein großes, ganz mit Brettern errichtetes
    Haus.
    Leise und innerlich zum Zerreißen gespannt, bewegten sie sich darauf zu.

    Fortsetzung folgt

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    Standard Kapitel 6 - Teil 2

    Finding Officer (Teil 2)

    „Es ist ein Hof.“, jubelte Rainer und sah sich suchend um. „Bestimmt hat der Besitzer Officer gehört.“ Er
    rief, in der Hoffnung, jemand würde ihn hören.
    Auch Bernd sah sich um. Er dachte sich zwar, dass es eigentlich keinen weiteren Hof in dieser Gegend
    gibt, als die von ihm und seinen Mitbewohnern, doch er gab sich innerlich zufrieden.
    Alexandra und Michael aber kam das alles sehr suspekt vor. Hanna aber sprach nach ein paar Minuten
    das aus, was die Kommissare dachten: „Sagt mal, merkt ihrs eigentlich noch?“
    „Was hast du denn, Hanna.“, fragte Bernd zurück.
    Hanna stöhnte und stampfte auf. „Das ist doch UNSER Hof und daneben die zwei Anderen.“
    „Du hast uns das Wort aus dem Mund genommen, Kleine. Wenigstens eine, die hier noch etwas merkt.“,
    sagte Michael mit einem tiefen Seufzer.
    „Ja also...“, stotterte Rainer. „Dann könnte Officer...ja genauso gelaufen sein...“
    „Glaube ich nicht. Denn er ist nicht im Stall.“, entgegnete Alexandra, die sich dort kurz umgesehen
    hatte. „Ich schlage vor, wir suchen morgen weiter. Es wird dunkel.“
    Mit gesenkten Köpfen, willigten Rainer und Bernd ein. Hanna rannte voraus in Richtung Turm und
    stürzte sich in die Hausaufgaben.

    Es war Nacht.
    Michael ahmte das Geräusch einer Kettensäge so laut nach, dass Alexandra aus ihrem
    Schlafzimmer herüberkommen musste, um ihn zu wecken.
    „Alex...was ist...“, sagte er benommen. „Ist dir dein Bett nicht warm genug und...“
    „Haahaa, sehr witzig. Du bringst das Haus zum erbeben, so laut schnarchst du.“
    „Tut mir leid, ich...“ Weiter kam Michael nicht, denn von draußen war ein leises Muhen zu hören.
    Alexandra und Michael eilten, so wie sie waren, in Schlafanzug und Latschen und mit Taschenlampen
    bewaffnet, nach draußen.
    „Das Muhen kam mehr von dort aus dem Wald.“, vermutete Michael und deutete in die Richtung
    entgegengesetzt des Dorfes.
    Vorsichtig schlichen sie sich in besagte Richtung. Erneut vernahmen sie das Muhen, was nun immer
    lauter wurde.
    Tatsächlich standen sie nach kurzer Zeit einem kuhähnlichen Tier gegenüber. Es hatte allerdings
    kein Euter, woraus die Kommissare schlossen, dass es sich um einen Bullen handeln musste.
    Die Wahrscheinlichkeit, dass es Officer ist, war hoch genug.
    „Alex, du musst ins Dorf rennen und Bernd bescheid sagen, dass er kommen soll um das Tier zu
    holen.“
    „Wieso das?“
    „Weil ich keine Ahnung habe, wie ich Officer dazu kriegen soll, mit mir zu kommen.
    Oder willst du das versuchen?“
    „Schon gut. Du hast recht.“ Alexandra rannte so schnell sie ihre Latschen trugen, ins Dorf.
    Derweil versuchte Michael, auf Officer einzureden. „Hey, ganz ruhig. Ich tu dir nichts. Schließlich sind
    wir ja beide vom selben Stamm. Ja, ich bin auch ein Bulle.“

    Alexandra klingelte bei Bernd und Anna Grenze. Nichts regte sich. Erst nachdem sie noch ein weiteres
    Mal geläutet hatte, ging im ersten Stock das Licht an.
    Bernd öffnete die Tür und Alexandra schilderte aufgeregt, wen sie und Michael gefunden hatten.

    „Komm schon, Officer. Ich tu dir wirklich nichts.“
    „Muuuuuh“
    „Aber ja, ich weiß doch. Du hast viel mehr Fell als ich.“
    „MUUUH“
    „Was hast du denn, Officer? Ich...nein, ich hatte nichts mit einer deiner Kühe.“
    Alexandra kam mit dem, nun auch aufgeregten Bernd zu Michael und dem richtigen Bullen gerannt.
    „Kein Zweifel, das ist Officer.“, sagte Bernd überglücklich und tätschelte diesen. Dann blickte er die
    Kommissare dankbar an. „Wie kann ich mich dafür revanchieren?“
    „Nicht nötig. Es ist schließlich unsere Pflicht, Menschen in Not zu helfen. Wir sind Polizisten.“, meinte
    Michael, aber Bernd beharrte auf seine Frage. Er schlug schließlich vor, die Kommissare zwei Tage
    lang zu verköstigen.
    „Nun gut, Bernd. Wir nehmen dankbar an.“, antwortete Alexandra, noch ehe Michael sich wieder
    anschicken konnte, das Angebot abzulehnen.
    Bernd brachte Officer in den Stall zurück und schlurfte anschließend, genau wie Alexandra und Michael,
    in das Land der Träume.
    Für Michael allerdings ging es dort nicht sehr friedlicht. Alpträume plagten ihn erneut und er wälzte sich
    unruhig hin und her.
    Ein Wimmern drang vom Dorf her zu seiner Hütte.

    Ende Kapitel 6

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