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Thema: Entstehung des Pflanzenschutzes

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  1. #1
    Benutzerbild von Rosi
    Rosi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Standard Entstehung des Pflanzenschutzes

    Hallo zusammen!

    in der frühzeit der Menschheitsgeschichte lebten unsere Vorfahren als Jäger und Sammler und waren völlig in den Kreislauf der Natur eingebunden. Als die Menschen seßhaft wurden, entwickelten sich die ersten Formen der Lanfbewirtschaftung, denn Jagen und Sammeln alleine in immer dem gleichen Gebiet brachte nicht mehr genug nahrung ein. Es entstand neben der Naturlandschaft die Kulturlandschaft des Menschen. Die Bevölkerung wuchs, so dass es schwer war, den steigenden Bedarf an Nahrungsmitteln auch nur annähernd zu befriedigen. Da die Flächen für das Ackerland nicht beliebig ausgedehnt werden konnten ( scheiterte am Klima und an der Bodenqualität) mußte man die Methoden der Landbewirtschaftung berbessern. Zur Verfeinerung der Anbautechniken gehört es auch, den Acker bzw. die Kulturen gegen allerlei Eindringlinge und Kostgänger von außen zu schützen, um selbst möglichst viel ernten zu können. Durch die Intensivierung des Einsatzes von chemischen Pflanzenschutzmitteln in unserem Jahrhundert sind dem Menschen extrem schlafkräftige, aber auch verheerrende Waffen sowohl gegen Schädlinge und Krankheiten als auch gegen Umwelt und Natur in die Hand gegeben.

    In den 60-er Jahren ist der Verbrauch von Pflanzenschutzmitteln sprunghaft angestiegen. Damals ahnte man nur stellenhaft die Folgen, die solche Maßnahmen nach sich ziehen. Die Begeisterung vielleicht ein Präparat zu entdecken , das den Blattläusen oder Spinnmilben ein für allemal den Garaus machen zu können, beflügelte die Menschen. Doch dann kam die Ernüchterung mit der Erkenntnis , dass so freigespritzte Flächen nicht frei blieben, sondern immer schneller und intensiver mit den gleichen oder anderen Schädlingen überzogen wurden. Mit dem Unterschied. dass nun gegen die neue Kalamität ( Befall ) das vorher so gepriesene Präparat nicht mehr bzw nicht mehr ausreichend wirkte. Der Grund: In mit Pflanzenschutzmitteln behandelte Feldern werden zwar ( aber nie alle!) Schädlinge abgetötet und nicht nur diese, sondern auch ihre vielen natürlichen Feinde. Auch andere Organismen, die zwar die Kulturpflanze selbst nicht schädigen, sondern den lebensnotwendigen Ausgleich für das ökologische Gleichgewicht herstellen, fallen dem chemischen "Rundumschlag" zum Opfer. Die Schädlingem die diese Behandlung überleben, können sich von natürlichen Widersachern ausbreiten. Von außen wandern zusätzlich neue Stämme ein, die sofort wieder die Stellen der abgetöteten Artgenossen einnehmen. Je stärker dieses Verhältnis zwischen Nützlingen und Schädlingen gestört wird, um so länger dauert es bis sich die natürliche Balance wieder einpendelt. Je öfter und intensiver die Bekämpfungen werden, um so widerstandsfähiger sind dabei überlebende Schädlinge. Der Abstand zum biologisch/ ökologischen Gleichgewiochts vergrößert sich. Als weitere verheerende Nebeneffekt entdeckte man Pflanzenschutzmittel als Rückstände auf Obst und gemüse, als Ansammlung im Boden, im Wasser, in der Luft und auch im Körper von Mensch und Tier.

    Habt ihr euch mal Gedanken gemacht, was aus diesem Kreislauf führt?
    Kennt ihr Nützlinge und Schädlinge? Was ist das?

    Fragen über Fragen...


    lg
    Leben und leben lassen

  2. #2
    Benutzerbild von Rosi
    Rosi ist offline Erfahrener Benutzer
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    sorry, für meine Rechtschreibfehler*schäm*
    Leben und leben lassen

  3. #3
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    Beton ist offline Erfahrener Benutzer
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    Ich verstehe nicht ganz, worauf du hinaus willst.
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  4. #4
    Nichtohnemich ist offline Erfahrener Benutzer
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    Beton,
    nimm es doch als Information hin. Vieles was in diesem Beitrag angeführt wird, haben wir
    vergessen, nie gewußt oder nie Gedanken drüber gemacht.Du hinterfragst doch auch nicht
    jeden Zeitungartikel, warum der nun in deiner Zeitung steht!

    Über die Ausmaße der chemischen Keulen in der Landwirtschaft, hat
    Robert Silverberg
    einen Science Fiction Roman von ca. 200 Seiten geschrieben.
    Titel:
    Die Saat der Erde
    Aus dem Jahre 1962

    Leider vergriffen auch bei Ebay
    LG Nom

  5. #5
    Benutzerbild von Beton
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    Zitat Zitat von Nichtohnemich Beitrag anzeigen
    Beton,
    nimm es doch als Information hin.
    Könnte ich machen. Weil dies hier aber ein DISKUSSIONSFORUM ist, ging ich von der (irrigen?) Annahme aus, die Fadenstarterin wollte über das Thema Pflanzenschutz DISKUTIEREN. Als Gartenbesitzer und Hobbygärtner ist das Thema natürlich interessant für mich. Leider habe ich nicht richtig verstanden, was die Fadenstarterin anregen wollte.

    Du hinterfragst doch auch nicht
    jeden Zeitungartikel, warum der nun in deiner Zeitung steht!
    Doch!
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  6. #6
    Nichtohnemich ist offline Erfahrener Benutzer
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    Hinter meinem Haus habe ich auch einen Garten. Der besteht aber zu 95 % aus Rasen.
    Der Rest sind: 4 Rhododendren, 1 Eibe einem Steinbeet mit Lampenputzer (oder so ähnlich das das Gewächs)
    Außer regelmäßig Rasen mähen und einmal im Jahr 30 Meter Zaun streichen, mache ich nix.
    LG Nom

  7. #7
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    AlternateReality ist offline Erfahrener Benutzer
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    Man kann einen Eröffnungsbeitrag durchaus als Grundlage für eine Diskussion nehmen und muss den Themenersteller nicht gleich in die Pflicht nehmen ein umfassendes Essay zu erstellen.
    Und nun zum eigentlichen Thema.
    Wir hatten in unserem Garten nach ein paar Jahren ein recht gut funktionierendes Ökosystem. Dafür haben wir damit begonnen nicht jedes bißchen Laub zu beseitigen, sondern sogar für noch mehr Laub zu sorgen und eine Ahornhecke gepflanzt. Zur Düngung wurde Brennesseljauche selbst gemacht und bevor ausreichend Vögel in der Hecke und unserer Eberesche wohnten, sowie jede Menge Marienkäfer (die Larven ernähren sich von Blattläusen) sind wir den Schädlingen mit einem Brennesselextrakt zu Leibe gerückt. Und nachdem sich eine Igelmama bei uns im Garten niedergelassen hatte, war auch das Schneckenproblem erledigt.
    Patriotism is the virtue
    of the vicious.
    Oscar Wilde

  8. #8
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    Rosi ist offline Erfahrener Benutzer
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    Nun, die Behandlung mit Pflanzenschutzmitteln muss als letzte Konsequenz bleiben.
    Vorher müssen alle kulturtechnischen und biotechnischen Möglichkeiten ausgeschöpft sein, die die Schadorganismen auf ein tragbares Maß reduzieren können.
    D,h. integrierter Pflanzenschutz!

    Dieser fördert die natürlichen Begrenzungsfaktoren der Kulturschädlinge , um nur dort einzugreifen ( regulierend einzugreifen ), wo sich ein oder mehrere Schädlinge über das tragbare Maß hinaus entwickeln. Dem Schädling wird ein Toleranzapielraum eingeräumt, der es ihm ermöglicht seine Funktion innerhalb des ökologischen Systems zu erfüllen. Dieser spielt auch eine wichtige Rolle in der Nahrungskette anderer Lebewesen.

    Es stellt sich die Frage, was ist ein Schädling?

    Die Bezeichnung Schädling ist eine Erfindung des Menschen, der die Existenz anderer Lebewesen die entwicklungsgeschichtlich schon viel länger auf bzw von den Pflanzen leben als er, nicht akzeptieren will, weil er diese für sich kultiviert und pflegt.

    In der Natur gibt es keinen Schädling und auch keinen Nützling, sondern nur den Kampf ums Überleben! Es liegt nicht in der Absicht eines Nützlings, dem Menschen zu helfen, indem er Jagd auf Blattläuse oder Raupen macht, sondern er lebt davon - sonst würde er verhungern. Wie Blattläuse oder Raupen davon leben, an bestimmten Pflanzen zu saugen oder zu fressen. Der Mensch könnte aber die Situation der Nützlinge für sich ausnützen. Saugt eine Blattlaus an einer Kulturpflanze, so ist sie zweifelsfrei ein Schädling - saugt sie aber an einer unerwünschten Pflanze ( Unkraut ), so dass diese eingeht, so ist sie genauso zweifelsfrei ein Nützling!

    Eine sehr große Vielzahl verschiedener Tier- und Pflanzenarten verhindert die übermäßige Vermehrung und Ausbreitung einzelner Arten. Die Konkurrenz innerhalb dieser Artenvielfalt reguliert viele Probleme mit Schadorganismen in unserer Kulturlandschaft selbstständig.

    Welche Maßnahmen fallen euch ein, um die Artenvielfalt zu fördern, stützen oder aufzubauen?
    Leben und leben lassen

  9. #9
    Nichtohnemich ist offline Erfahrener Benutzer
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    Etwa 1 m hinter meinen 30 m Zaun befinden über diese Länge Bäume aller Art. Diese beschneide ich
    regelmäßig, obwohl sie nicht mir gehören. Die Erlaubnis habe ich. Die Blätter die dort fallen, lasse ich
    auch unter meinen Büschen liegen. Ich hatte vergessen zu schreiben, daß ich auch viele Lorbeerbäume
    habe und einige davon verdecken eine Regentonne.
    Die Blätter und die Regentonne ziehen jede Menge Tiere an. Igel und Vögel wühlen im verrottetem Laub.
    Neben der Regentonne habe ich ein 1,5 cm hohe etwas 75 cm lange Badewanne.
    Übrigens Unkraut gibt es nicht. Alles hat seinen Zweck.
    Dünger verwende ich nicht. Bei großer, langer Trokenheit wird nur gesprengt.
    LG Nom

  10. #10
    Benutzerbild von Beton
    Beton ist offline Erfahrener Benutzer
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    Zitat Zitat von AlternateReality Beitrag anzeigen
    Man kann einen Eröffnungsbeitrag durchaus als Grundlage für eine Diskussion nehmen
    Wollte ich ja, nur verstand ich nicht, welches Ziel die Diskussion haben sollte. Aber nun kommt sie ja in Gang.

    sowie jede Menge Marienkäfer (die Larven ernähren sich von Blattläusen)
    So viel ich weiß, nicht nur die Larven, sondern auch die Käfer. Ich hätte ja so gerne viele, viele Marienkäfer im Garten, die den Läusen den Garaus machen. Leider klappt das nicht. Weil Ameisen sich wiederum von einem Sekret der Läuse laben (sie "melken" die Läuse quasi), verteidigen sie die Läuse gegen die Marienkäfer bis aufs Blut. Wir haben Unmengen von Ameisen im Garten und folglich so gut wie keinen Marienkäfer, da die alle von den Ameisen vertrieben wurden. Irgendwie kommt da kein Ökosystem zustande.


    Zitat Zitat von Rosi Beitrag anzeigen
    Es stellt sich die Frage, was ist ein Schädling?

    Die Bezeichnung Schädling ist eine Erfindung des Menschen, der die Existenz anderer Lebewesen die entwicklungsgeschichtlich schon viel länger auf bzw von den Pflanzen leben als er, nicht akzeptieren will, weil er diese für sich kultiviert und pflegt.
    Das stimmt schon, aber das ist doch nicht falsch. Warum sollten wir unsere Pflanzenkulturen denn nicht gegen andere verteidigen?

    Saugt eine Blattlaus an einer Kulturpflanze, so ist sie zweifelsfrei ein Schädling - saugt sie aber an einer unerwünschten Pflanze ( Unkraut ), so dass diese eingeht, so ist sie genauso zweifelsfrei ein Nützling!
    Aus einem mir nicht bekannten Grund saugt die Blattlaus IMMER nur an einer Kulturpflanze und NIE an einer unerwünschten Pflanze.
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