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Thema: Die (große) Verantwortung von Eltern

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  1. #1
    -Sabine- ist offline Mensch :-)
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    Standard Die (große) Verantwortung von Eltern

    Hall Ihr

    ich würde gerne folgenden Auschnitt eines Artikels zur Diskussion stellen:

    Mangel an Mütterlichkeit in der vereinten deutschen
    Gesellschaft
    Die tiefenpsychologische und psychoanalytisch orientierte Forschung hat in
    den letzten Jahrzehnten revolutionäre Einsichten gewonnen. Die
    Objektbeziehungstheorien (Balint 1966, 1998; Winnicott 1967, 1974;
    Kernberg 1978, 1985), die Selbstpsychologie (Kohut 1973, 1979), die
    Säuglingsforschung (Dornes, 1992, 1997; Lichtenberg, 1993; Stern, 1992)
    und die Körperpsychotherapien (ausgehend von Wilhelm Reich) haben die
    frühe Beziehungsdynamik von Mutter-Vater-Kind für die
    Persönlichkeitsentwicklung des Menschen in den Mittelpunkt gerückt, so dass
    klassische psychoanalytische Positionen, wie die Triebtheorie und der
    Ödipus-Komplex kaum noch aufrecht erhalten werden können, dafür aber
    frühe Beziehungsstörungen – Defizite und Traumatisierungen – zur
    Bedeutung gelangen. Das Kind kann nicht mehr als Erziehungsobjekt
    verstanden werden, dem ein zivilisiertes Leben unter Kontrolle und
    Sublimierung seiner Triebe beigebracht werden müsste, sondern das Kind
    muss von Anfang an als ein sozialer Beziehungspartner für seine Entwicklung
    gesehen werden, der einerseits kompetent ist, an der Regulation seiner
    Bedürfnisse mitzuwirken und andererseits abhängig bleibt von der
    Bereitschaft und Fähigkeit der ersten Bezugspersonen, seine
    Bedürfnisbefriedigung quantitativ und qualitativ zu sichern. Für das Schicksal
    der Kinder rücken Fragen nach der Präsenz der Eltern, nach ihrer
    Erreichbarkeit und Verfügbarkeit für das Kind, nach ihrer Beziehungs- und
    Liebesfähigkeit ganz in den Vordergrund und spätere Verhaltensstörungen,
    Beziehungskonflikte und seelische Erkrankungen von Menschen sind nach
    möglichen Fehlern, Schwächen und Mängeln ihrer Eltern in der
    Frühgeschichte zu untersuchen, um deren schädigenden Einfluss oder ihre
    mangelhafte Zuwendung zum Kind zu erkennen und in geeigneter Form zu
    behandeln. Die seelische Traumatisierung des Kindes ist heute so weit
    erforscht, dass der Wechsel, den Freud (s. Masson 1986) von der
    Verführungstheorie zur Triebtheorie vollzogen und damit dem Kind
    wesentliche Verantwortung zugewiesen hat, nicht mehr akzeptiert werden
    kann. Das Kind ist anfangs vor allem Opfer seiner Eltern und wird erst später
    zum Täter, wenn es die Beschädigungen und Verbiegungen, die es erfahren
    hat, nicht mehr wahrhaben will und korrigieren mag.
    Den gesamteh Text findet Ihr hire: http://www.choriner-institut.de/Texte/Mangel.pdf

    Wie steht Ihr dazu?
    Viele Grüße, Sabine

    Das Geheimnis des Glücks ist die Freude in unseren Händen.(Ralph Waldo Emerson)
    Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken. (Marcus Aurelius)

  2. #2
    Benutzerbild von SchinTeth
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    Vorab, der Text ist echt nicht ganz einfach

    Aber es ist in der Tat so, dass die "frühen Jahre" des Kindes überaus wichtig sind für sein gesamtes Leben; ich habe vor einigen Tagen auf youtube gehört, dass wenn Kinder in den ersten 6 Monaten (wenn ich nicht irre) Gesichter von andersfarbigen Menschen oder gar von Chimpansen sehen, sie ihr Leben lang unterschiede in den Gesichtern ausmachen können (so wie wir es bei anderen Menschen tun). Passiert dies nicht, sehen zB alle schwarzfarbigen Menschen "gleich" aus, ebenso erlernen die Kinder dann nie Gesichter von Chimpansen zu unterscheiden. Analog dazu gibt es auch ein Beispiel aus dem Sprachbereich, wo Kinder bestimmte Laute (wie zB in der chinesischen Sprache) nur dann korrekt nachmachen können, wenn sie dem sehr früh ausgesetzt sind. Ein späteres erlernen ist anscheinend nicht mehr möglich.

    Der Text spricht viele Punkte an, die vor allem psyscholigischer Natur sind und, die vielleicht von "jungen Müttern" nicht in dem Sinne wahrgenommen werden. Ich bin nicht der Meinung, dass man als Eltern diese gesamte Theorie kennen muss (geht ja auch nicht), vieles passiert meistens instinktiv, aber man sollte sich schon vor Augen führen, dass die frühkindliche Erziehung schwere Folgen für das gesamte Leben des Kindes haben kann.

    "Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten, als den Andersdenkenden."

  3. #3
    -Sabine- ist offline Mensch :-)
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    Zitat Zitat von SchinTeth Beitrag anzeigen
    Der Text spricht viele Punkte an, die vor allem psyscholigischer Natur sind und, die vielleicht von "jungen Müttern" nicht in dem Sinne wahrgenommen werden. Ich bin nicht der Meinung, dass man als Eltern diese gesamte Theorie kennen muss (geht ja auch nicht), vieles passiert meistens instinktiv, aber man sollte sich schon vor Augen führen, dass die frühkindliche Erziehung schwere Folgen für das gesamte Leben des Kindes haben kann.
    Nein, natürlich müssen Eltern die Theorie nicht kennen - wenn die Instinkte (noch) intakt sind. Aber sind sie das heutzutage noch? Schau Dich um, was in der mittlerweile unübersehbaren Ratgeberliteratur zu finden ist: Ein Wust unbrauchbaren Zeugs, das sich teilweise auch noch widerspricht.

    Und noch eine Frage: Warum wohl "explodiert" der Ratgebermarkt? Sicher nicht, weil die meisten Eltern wissen, was sie tun sollen.

    Und zuletzt: Warum steigen die psychischen Probleme bei Kindern so rasant an? Wahrscheinlich eher nicht, weil sie überwiegend so aufwachsen, wie sie es brauchen, oder?

    Welche Klasse unterrichtest Du lieber? 25 "normale", fröhliche, intelligente Kinder oder 3 normale und 22 mit irgendwelchen Problemen?

    Hier noch ein Zitat, das mir persönlich aus der Seele spricht (meine Pflegesohn hat eine Frühstörung):

    Damit sind die
    Eltern in ihrer seelischen Gesundheit und Reife angefragt und die
    Gesellschaft nach ihren sozialen Verhältnissen, die sie Müttern, Familien und
    Kindern gewährt.
    Kinder sind nicht zu erziehen, sondern sie brauchen optimale
    Beziehungserfahrungen, also Eltern, die für diese wichtige Aufgabe reif und
    kompetent sind und dafür durch eine familien- und kinderfreundliche Politik
    angemessen unterstützt werden.
    Wir erkennen heute bei einer Vielzahl von körperlichen und seelischen
    Erkrankungen und psychosozialen Verhaltensstörungen die Ursache in den
    primären Beziehungserfahrungen der ersten Lebensjahre.
    Geändert von -Sabine- (30.07.2010 um 06:51 Uhr)
    Viele Grüße, Sabine

    Das Geheimnis des Glücks ist die Freude in unseren Händen.(Ralph Waldo Emerson)
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  4. #4
    Benutzerbild von Molle
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    Ich schätze mal als Unbeteiligte (hab ja keine Kinder) dass sich heute eine Art wiedersprüchlicher Erziehung etabliert hat. Einerseits setzt man alles daran Kinder fast hysterisch vor allem zu beschützen, andererseits aber lässt man Kids heute fast in allen Situationen die als ungefährlich gelten quasi frei gewähren. Das ist für mich eine Mischung die nicht passt...

  5. #5
    -Sabine- ist offline Mensch :-)
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    Zitat Zitat von Molle Beitrag anzeigen
    Ich schätze mal als Unbeteiligte (hab ja keine Kinder) dass sich heute eine Art wiedersprüchlicher Erziehung etabliert hat. Einerseits setzt man alles daran Kinder fast hysterisch vor allem zu beschützen, andererseits aber lässt man Kids heute fast in allen Situationen die als ungefährlich gelten quasi frei gewähren. Das ist für mich eine Mischung die nicht passt...
    Da geb ich Dir recht. Kindern wird auf der einen Seite zu viel vermehrt und auf der anderen zu viel zugemutet.

    Hier noch ein interessanter Auszug aus dem Text:

    Die durch Mangel an Mütterlichkeit erzeugten Selbstwertprobleme lassen das
    Geld zum Fetisch werden, und Reichtum, Besitz, Macht und Geltung werden
    als Ersatz für Selbstunsicherheit und Minderwertigkeitsgefühle dringend
    gebraucht. Von der inneren Not, von den Berechtigungszweifeln und
    Bestätigungsmängeln soll auf äußere Anerkennung und Ansehen abgelenkt
    werden, der Blick nach innen soll durch äußere heftige Reize und vielfache
    Angebote verhindert werden – so entsteht eine auswuchernde
    Leistungsgesellschaft und eine immer irrwitzigere Spaßgesellschaft. Die
    ungestillte frühe Bedürftigkeit lässt nach Mitteln suchen, die zur
    Besänftigung geeignet erscheinen, so entstehen die vielfachen Süchte. Also
    nicht die Drogen machen süchtig, sondern der Mensch ist ungestillt und
    heuert Mittel an, die geeignet sind, ihn zu beruhigen und zu betäuben, die
    Entspannung, Entängstigung und Ablenkung versprechen. Deshalb gibt es
    auch eine Spielsucht, Arbeitssucht, Sexsucht, Geltungssucht,
    Leistungssucht, Freßsucht, Kaufsucht u.a.m.
    Kinder, die nicht ausreichend bestätigt und befriedigt sind, bleiben abhängige
    Menschen, weil sie immer noch hoffen und erwarten, doch noch im
    umfassenden Sinne „gestillt“ zu werden. So suchen sie immer wieder nach
    Führung, nach Orientierung, sie wollen gesagt bekommen, was sie tun oder
    lassen sollen, was richtig oder falsch ist, um durch Anpassung und Gehorsam
    doch noch die so gewünschte Anerkennung zu bekommen. In ihnen wuchert
    die Hoffnung, wenn man sich nur richtig bemüht und das rechte tut, wird man
    am Ende doch noch geliebt. Abhängige Menschen verfallen leicht Ideologien,
    Dogmen, suggestiven Verheißungen und einfachen Lösungsvorschlägen. Die
    unvermeidbare Enttäuschung aber führt in aller Regel nicht zur Einsicht in
    die eigene Täuschung, sondern lässt nach äußeren Gründen suchen, die man
    verantwortlich machen kann. So wächst Streitlust, Gewaltbereitschaft und am
    Ende immer wieder auch Kriegsbegeisterung.
    Viele Grüße, Sabine

    Das Geheimnis des Glücks ist die Freude in unseren Händen.(Ralph Waldo Emerson)
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  6. #6
    Benutzerbild von SchinTeth
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    Standard

    Zitat Zitat von -Sabine- Beitrag anzeigen
    Nein, natürlich müssen Eltern die Theorie nicht kennen - wenn die Instinkte (noch) intakt sind. Aber sind sie das heutzutage noch? Schau Dich um, was in der mittlerweile unübersehbaren Ratgeberliteratur zu finden ist: Ein Wust unbrauchbaren Zeugs, das sich teilweise auch noch widerspricht.
    Auch die Wissenschaftler und Pädagogen widersprechen sich, was wohl daran liegen könnte, dass es kein Patentrezept gibt, nachdem man erzieht. Und deine Behauptung, dass die Erziehung schlechter wird (was du ja implizierst wenn du sagst, die Instinkte seien nicht mehr intakt) will ich auch nicht einfach so hinnehmen. Ja, es gibt mehr bekannte "Problemfälle" als früher, aber ich frage mich allen ernstes, ob das auf eine schlechter werdende Erziehung hinweist? Das kann zahlreiche Ursachen haben. Zudem will ich nicht erinnern, dass Erziehung auch früher alles andere als perfekt war.

    Zitat Zitat von -Sabine- Beitrag anzeigen
    Und noch eine Frage: Warum wohl "explodiert" der Ratgebermarkt? Sicher nicht, weil die meisten Eltern wissen, was sie tun sollen.
    Weil jeder "Pädagoge" meint seine Meinung in die Welt blasen zu müssen, weil Eltern verunsichert sind und weil damit Geld gemacht wird. Diese endlosen Debatten stellen doch sowohl die Schule als auch die Eltern in Frage, da wird man verunsichert und weiss nicht mehr was denn nun richtig ist. Du legst die Kausalität hier zu deinen Gunsten aus, dabei kann man sie genau sogut umdrehen und sagen: Die Eltern wissen nicht mehr was sie tun sollen, weil soviele Ratgeber erscheinen (und die Medien Erziehungsmassnahmen vorschlagen die nicht immer passen--> siehe zB Sendungen wie: Die Super-Nanny, die schlimmsten Eltern der Welt usw).


    Zitat Zitat von -Sabine- Beitrag anzeigen
    Und zuletzt: Warum steigen die psychischen Probleme bei Kindern so rasant an? Wahrscheinlich eher nicht, weil sie überwiegend so aufwachsen, wie sie es brauchen, oder?
    Dann hast du eine rasante Quelle für diese Aussage, die klar darlegt, dass die Eltern daran Schuld sind?


    Zitat Zitat von -Sabine- Beitrag anzeigen
    Welche Klasse unterrichtest Du lieber? 25 "normale", fröhliche, intelligente Kinder oder 3 normale und 22 mit irgendwelchen Problemen?
    Ich tu mal so, als sei die Frage relevant für deine Argumentation und beantworte sie dir. Niemand mag Kinder mit Problemen, nun ist es aber so, dass es nunmal Kinder gibt, die so rücksichtslos sind und dennoch wagen mit Problemen in die Schule zu kommen. Dann ist es meine Pflicht, mich auch um diese Kinder zu kümmern...Taxifahrer hat eine sehr schöne Signatur, die vielleicht mehr sagt als das was ich hier lamentieren könnte:
    "Liebe mich am meisten, wenn ich es am wenigsten verdiene, denn dann brauch ich es am nötigsten!"

    "Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten, als den Andersdenkenden."

  7. #7
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    Zitat Zitat von SchinTeth Beitrag anzeigen
    Auch die Wissenschaftler und Pädagogen widersprechen sich, was wohl daran liegen könnte, dass es kein Patentrezept gibt, nachdem man erzieht.
    Nein, Patentrezept gibt es keine und jede Familie ist anders. Aber es gibt ziemlich einheitliche - und auch bekannte - Grundbedürfnisse von Kindern, das nach Bindung z.B.. Und die müssen erfüllt werden. Über die Frage "Was brauchen Kinder?" gibt es keine Diskussion. Das "Wie" darf jede Familie selbst ausgestalten.

    Zudem will ich nicht erinnern, dass Erziehung auch früher alles andere als perfekt war.
    Das hab ich auch nie behauptet. Aber das ist auch kein Freibrief für heutiges Fehlverhalten.

    Weil jeder "Pädagoge" meint seine Meinung in die Welt blasen zu müssen, weil Eltern verunsichert sind und weil damit Geld gemacht wird. Diese endlosen Debatten stellen doch sowohl die Schule als auch die Eltern in Frage, da wird man verunsichert und weiss nicht mehr was denn nun richtig ist.
    Ob ich mich verunsichern lasse, oder nicht, entscheide noch immer ich. Beispiel aus einer anderen Rubrik "Grundbedürfnisse": Ob ich Durst habe oder nicht, weiß ich. Ganz egal, ob jemand mir was anderes erzählt oder nicht. Leider sind die psychischen Grundbedürfnisse nicht so klar und auch nicht so vehement im "Sich-selbst-durchsetzen". Und vor allem können Eltern nicht darauf eingehen/sie nicht sehen, wenn sie selbst nicht vollständig ausgereift sind.

    Dann hast du eine rasante Quelle für diese Aussage, die klar darlegt, dass die Eltern daran Schuld sind?
    Es ist - sicher auch in Luxemburg - völlig unbestritten, dass der Löwenanteil der Erziehung in der Familie statt findet. Schule kann das nicht leisten. Weshalb die Verantwortung für Fehlentwicklungen (nicht "Schuld" bitte) natürlich die Eltern trifft.

    Ich tu mal so, als sei die Frage relevant für deine Argumentation und beantworte sie dir. Niemand mag Kinder mit Problemen, nun ist es aber so, dass es nunmal Kinder gibt, die so rücksichtslos sind und dennoch wagen mit Problemen in die Schule zu kommen. Dann ist es meine Pflicht, mich auch um diese Kinder zu kümmern...
    Dein Berufstethos in Ehren: Ich nehme an, der Berufstalltag wird Dich einholen: Die Zwänge, bestimmte Klassenziele erreichen zu müssen, die begrenzte Zeit dafür, die Notwendigkeit, auch noch ein Privatleben haben zu wollen. Das Schulsystem in D erlaubt so eine Einstlleung des Lehrers nicht - außer, er will wegen Burn-Out frühverentet werden. Und leider ist es bei uns so, dass in D kaum mehr ein Lehrer in seinem Beruf das normale Rentenalter erreicht. Mir stellt sich da die Frage: Warum machen das so viele mit?
    Viele Grüße, Sabine

    Das Geheimnis des Glücks ist die Freude in unseren Händen.(Ralph Waldo Emerson)
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  8. #8
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    Zitat Zitat von -Sabine- Beitrag anzeigen
    Ob ich mich verunsichern lasse, oder nicht, entscheide noch immer ich. Beispiel aus einer anderen Rubrik "Grundbedürfnisse": Ob ich Durst habe oder nicht, weiß ich. Ganz egal, ob jemand mir was anderes erzählt oder nicht. Leider sind die psychischen Grundbedürfnisse nicht so klar und auch nicht so vehement im "Sich-selbst-durchsetzen". Und vor allem können Eltern nicht darauf eingehen/sie nicht sehen, wenn sie selbst nicht vollständig ausgereift sind.
    Eben.


    Zitat Zitat von -Sabine- Beitrag anzeigen
    Es ist - sicher auch in Luxemburg - völlig unbestritten, dass der Löwenanteil der Erziehung in der Familie statt findet. Schule kann das nicht leisten. Weshalb die Verantwortung für Fehlentwicklungen (nicht "Schuld" bitte) natürlich die Eltern trifft.
    Ist denn "Verantwortung für Fehlverhalten" nicht das selbe wie Schuld? Also ich sehe da absolut keinen Unterschied, wieso willst du das jetzt schönreden?

    Rechne mal aus:
    6 Stunden in der Schule 3 mal die Woche= 18 Stunden
    4 Stunden in der Schule 2 mal die Woche= 8 Stunden
    Insgesamt also 26 Stunden von 84(bei 12 Stunden am Tag), das ist über ein Drittel der Woche, wo die Kinder in der Schule sind.
    Jetzt haben wir weder von institutioneller Betreuung gesprochen, noch Sport-oder Freizeitvereine oder Nachhilfe einbezogen. Bedenke auch bitte, dass wir nun hier auch davon ausgehen, dass die Eltern, diese Zeit dann zuhause sind und nicht zB Arbeiten müssen (bsp: Schlüsselkinder, Eltern geschieden, oder eine fremde Betreuung bis zum Abend)

    Du gehst auch ganz natürlich davon aus, dass die Eltern den meisten Einfluss haben (was bis zu einem gewissen Alter auch ganz sicher so sein sollte) aber spätestens wenn die Kinder in die Schule gehen wirken sich soziale Faktoren wie Peer-pressure auf das Verhalten der Kinder aus. In machem sozio-kulturellen Kontext mag das nahezu bedeutungslos sein, in manch anderen Gegenden gibt es einen starken Kontrast der Wertevorstellungen der Eltern und denen der "Jugendkultur". Ich warte immer noch auf irgendetwas, was diesen Löwenanteil quantifiziert und deine Aussage irgendwie stützt, ansonsten hoffe ich dir einige Gründe aufgezeigt zu haben, wieso zumindest ich nicht so sicher bin, dass die Eltern schuldig sind.

    Zitat Zitat von -Sabine- Beitrag anzeigen
    Dein Berufstethos in Ehren: Ich nehme an, der Berufstalltag wird Dich einholen. [...] Mir stellt sich da die Frage: Warum machen das so viele mit?
    Also schicken wir wohl die misratenen Kinder nach Hause mit der Botschaft, die Eltern sollen sich darum kümmern, oder auf was willst du hinaus?

    "Man verdirbt einen Jüngling am sichersten, wenn man ihn anleitet, den Gleichdenkenden höher zu achten, als den Andersdenkenden."

  9. #9
    -Sabine- ist offline Mensch :-)
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    Zitat Zitat von SchinTeth Beitrag anzeigen
    Ist denn "Verantwortung für Fehlverhalten" nicht das selbe wie Schuld?
    Nein. Schuld impliziert bewusstes Fehlverhlaten. Verantwortung ist wertfrei. Ich habe als Eltern(teil) die Verantwortung für die Qualität der Beziehung zu meinem Kind und werde mein Bestes tun. Das reicht - aufgrund der Erziehungsdefizite MEINER Eltern - vielleicht nicht. Das ist aber dann nicht meine Schuld.

    8quote]Rechne mal aus:
    6 Stunden in der Schule 3 mal die Woche= 18 Stunden
    4 Stunden in der Schule 2 mal die Woche= 8 Stunden
    Insgesamt also 26 Stunden von 84(bei 12 Stunden am Tag), das ist über ein Drittel der Woche, wo die Kinder in der Schule sind. [/quote]

    Jetzt gehst Du von flaschen Voraussetzungen aus. Ich glaubem auch Lehrer müssen ab und an in Psychologievorlesungen, weshalb Dir sicher nicht unbekannt ist, dass der Löwenanteil der psychischen Entwicklung bis zum 4. Lebensjahr läuft. Und da SOLLTEN die Kinder nicht in Fremdbetreuung, weil sie mehr oder minder 1:1 Betreuung (mit Gleichaltrigen, ältere Kinder sind nicht mehr so "bedürftig) brauchen.

    In machem sozio-kulturellen Kontext mag das nahezu bedeutungslos sein, in manch anderen Gegenden gibt es einen starken Kontrast der Wertevorstellungen der Eltern und denen der "Jugendkultur".
    On und inwieweit de Kinder den Peergroups "anheim fallen", hängt u.a. davon ab, wie präsent Erwachsenen in ihrem Leben bia dahin waren, wie gute "Leuchttürme" sie sind. Kinder aus institutioneller Erziehung vom Krippenalter an sind anfällig für "merkwürdige" Jugendkulturen.
    Viele Grüße, Sabine

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  10. #10
    Benutzerbild von emma1951
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    was bitte schön sind denn merkwürdige Jugendkulturen?
    Mit 50 hat jeder das Gesicht,dass er verdient hat
    George Orwell

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