Hallo,
naja ich mache mir irgendwie immer viele Gedanken und hab auch schon einiges in meinem jungen Leben (ich bin 29 Jahre alt) durchgemacht und stelle mir aus persönlichen Gründen in letzter Zeit immer öfters die Frage, IST MAN OHNE ABITUR NICHTS MEHR WERT HEUTZUTAGE?
Ich muss ganz ehrlich sagen, ja , die Gesellschaft macht uns dazu, dass wir das immer wieder bestätigen." Ohne Abitur bist du nichts wert!" Bedauerlicherweise geht es hier für viele nicht um einen Schulabschluss sondern um einen Charakter, um Ansehen und Respekt! Alle diese Werte werden nur am Abitur gemessen und an sonst nichts! Ich kenne das Problem zu gut!
Ich selbst habe nur Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Ausbildung zum Landschaftsgärtner. Komm ich jedoch in Kreise mit Leuten die einen höheren Abschluss haben, wird nach einiger Zeit ich indirekt als blöd hingestellt. "Und heute ist ziemlich kalt, kannst ja gar keine Blümchen pflanzen." Das ist nur ein solch zynischer, meiner Meinung nach auch provozierender Spruch, den ich oft von diesen Leute zu hören bekomme.
Bin ich mit meiner höher gebildeten Freundin (Sie hat übrigens Abitur mit einem 3er Schnitt) im Urlaub und wir rufen ihr Eltern an, kommt auch so ein Spruch von denen, und hat unser Gärtner wieder schöne Blümchen gesehen (Vater ist Ingenieur). Leicht ironisch aber bedacht und ich muss sagen es trifft mich jedes mal weil ich NUR der Gärtner bin ohne Abi. Zwar hat meine Freundin nicht studiert aber sie hat Abi genauso wie ihr jüngerer Bruder, der ebenfalls Abi hat und nun Maschinenbau studieren möchte.
Ich war oft schon verzweifelt und ja auch trotz meiner großen Erscheinung hab ich genau wegen diesem Problem schon oft Nachts wach gelegen und geweint.
Meine Freundin sagt sie liebt mich wie ich bin und sie sagt sie selbst hat ja auch nicht studiert ect aber naja es tut trotzdem immer weh.
Die Gesellschaft ist eben sehr sehr oberflächlich geworden und ehrlich gesagt wird es immer beängstigender meiner Meinung nach.
Es tut auch mir sehr weh zu wissen das die Gesellschaft zu dem geworden ist was sie ist.
Auch die Freunde meiner Freundin sind 95% Abiturienten und viele studieren.
Oftmals diskutieren wir darüber, ob ich ihr als kleiner Gärtner reiche und ich sage auch oft sie wünscht sich doch bestimmt auch so einen eingebildeten Studenten etc.
Es ist auch ein Schuss Masochismus meiner Seite dabei um ehrlich zu sein, und ab und an tut es dann so weh, dass ich selbst nur noch in Tränen ausbreche aber ich kann mit 29 Jahren auch nicht mehr viel an der "Ich bin doch nur Gärtner" Situation ändern.
Naja jedenfalls um auf den Punkt zu kommen, es stimmt, die Gesellschaft ist viel viel viel Oberflächlicher geworden als früher und ohne Abi ist man ein nichts und niemand mehr!
Dazu kommt auch das jeder denkt man habe ein kleinen Professor zu hause und sein Kind gleich auf das Gymnasium schickt, egal welche Noten oder sonstiges. In manchen Bundesländern kommt man auch ohne Empfehlung auf ein Gymnasium.
Aber es sollte nicht mein Problem sein. Ich wünsche mir nur etwas mehr Menschlichkeit von der Gesellschaft was diesbezüglich betrifft, aber auch das wird wohl nur ein Wunsch bleiben!
So, der kleine Landschaftsgärtner ohne Abitur verbleibt nun mit vielen Grüßen ,an alle arme und bemitleidenswerte Haupt-und Realschüler zu welchen ich mich auch zähle, und wagt auch den überaus intelligenten Wesen der Hochschulreife einen schönen Tag zu wünschen...
VlG


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